The Art of Solo

Städtisches Museum Braunschweig

Luis Di Matteo – Bandoneon Solo
Jasper Van´t Hof – Piano Solo

Der 68jährige *Luis Di Matteo*, einer der letzten großen Meister des Bandoneons vom Rio de la Plata, begeistert mit seiner Version des Tango Nuevo seit 1987 ein Publikum in Europa.
Zu den Einflüssen seiner Kompositionen gehört natürlich der Tango seiner Jugend, der in den Hafenvierteln von Buenos Aires und Montevideo entstanden war und die musikalische Atmosphäre dieser Zeit prägte. Die Musik der ländlichen Gebiete, der Landarbeiter und Gauchos ist die Milonga, die ebenfalls eine Basis seiner Musik ist, wie auch die sehr rhythmischen Candombes der schwarzen Bevölkerung Uruguays.
Zusätzlich hat sich Luis Di Matteo mit der europäischen Klassik und Moderne auseinandergesetzt, so daß seine Kompositionen ein sehr subjektiver Ausdruck eines Musikers des 20. Jahrhunderts sind und eine spannende Auseinandersetzung mit der Musik der beiden Kontinente.
Ein besonderer Schwerpunkt Luis Di Matteos ist seine Arbeit als Solist. In seinen Solokonzerten konzentriert er seine musikalischen Ideen, so daß z.B. Die Woche schrieb: „Luis Di Matteo, der Soloist, war fast so etwas wie ein Kapellmeister, und seine im Kasten versteckte Combo ein Welt-Orchester.“

25 Jahre nach seiner ersten Piano Solo CD ist *Jasper van’t Hof*, einer der wichtigsten europäischen Jazzpianisten, 2002 erneut ins Studio gegangen und hat das Solo-Album „Axioma” aufgenommen.
Im Körper des niederländischen Pianisten ist für viele verschiedene Seelen Platz: Längst Geschichte sind Bands wie „Association P.C.“ und „Pork Pie“, die in den siebziger Jahren für Furore sorgten, und in denen van’t Hof den Jazzrock-Feuerkopf gab.
Seit 1984 betreibt Jasper van’t Hof die Ethno-Jazz-Großband „Pili Pili“, die auf tanzbare Grooves abzielt und damit die Tanzpaläste stürmte.
Als Solist am Flügel enthüllt Jasper Van´t Hof ganz andere Schichten seiner Persönlichkeit: Da finden sich zwar auch überbordend fröhliche und mitunter komische Ausbrüche, in denen er den „Tasten-Paganini“ gibt, aber weit mehr Gewicht legt er hierbei auf sensible Klangauslotungen, auf impressionistische Farbgebungen, auf die Musikgeschichte gewissermaßen im Sauseschritt durchlaufende und durchleuchtende Inspirationen, die ihn mal bei Bach halten lassen, mal zu Debussy führen, mal dem Cool-Jazz Reverenz erweisen. Jasper van’t Hof singt sich seine Eingebungen vor, setzt am Flügel um, was sein Gefühl ihm eingibt, improvisiert sich – im besten Sinn des Wortes – vom Anfang zum Ende, und das ist schließlich das A und O, das Alpha und Omega inspirierter Musik.

Mit freundlicher Unterstützung:
Stiftung NORD/LB-Öffentliche