Gerardo Nuñez

Lindenhof „da Paolo“, Kasernenstraße 20, Braunschweig

Gerardo Nuñez, git
Pablo Martin, bass
Angel „Cepillo“ Sanchez, perc

Gerardo Nuñez wurde in Jerez de la Frontera, der Wiege des Flamenco, geboren, und der Flamenco hat ihn von früh auf gefesselt. Schon als Junge spielte er für alle großen Sänger seiner Stadt, und dem Flamenco ist er treu geblieben, auch wenn der Drang nach Neuem ihn nach Madrid führte, wo er heute mit seiner Frau Carmen Cortés, eine der ganz großen Flamenco-Tänzerinnen, wohnt und arbeitet. Mit seinen vielen Platten stieß er sich und dem Flamenco stets neue Türen auf, und die Kooperation mit Jazzmusikern brachte ihm ein ganz neues, viel größeres Publikum. Verbiegen lassen hat er sich dabei nicht: ein Geheimnis seines Erfolgs ist zweifellos seine authentische Art – schon nach wenigen Takten weiß der Fan, dass es sich nur um Gerardo Nuñez handeln kann.

Die großen Meilensteine seines Erfolgs waren das Ende der 80er Jahre in Amerika entstandene Album Flamencos En Nueva York, mit dem er seinen internationalen Durchbruch besiegelte, sowie nach einer Reihe weiterer erfolgreicher Alben die CD’s Andando el tiempo (2004) und Travesía (2012). Während Andando el tiempo unendliche Weiten zwischen Flamenco und Jazz ahnen lässt, hat Nuñez seiner Musik in Travesía Pop, Funk, Jazz und Latin einverleibt. In Travesía erzählt er Geschichten, die Afrikaner auf ihrer Flucht über das Mittelmeer nach Europa erleben – eine symbolische Begrüßung über alle musikalischen Schlagbäume hinweg: Bei der Anlandung eines Bootes mit Flüchtlingen an einem spanischen Strand war Nuñez zufällig anwesend; mit zwei der Ankömmlinge ist er heute noch befreundet und arbeitet mit ihnen.

Mit dem Jazz in Berührung kam Gerardo Nuñez über die Musik, die eine US-Airbase bei Jerez in den Äther schickte: Charlie Parker, Thelonious Monk, John Coltrane. Die Flamenco-Puristen mögen Nuñez‘ Hinwendung zum Jazz ablehnen: trotzdem gilt er heute neben Paco de Lucía zu den wichtigsten Flamenco-Gitarristen.

Als Gerardo Nuñez 2005 bei uns war, war er mit denselben Musikern gekommen: dem Bassisten Pablo Martin und dem sagenhaften Perkussionisten Cepillo, damals unter seinem vollständigen Namen Ángel Sánchez „Cepillo“. Dieses Mal wird Nuñez außerdem von dem Vokalisten Jesús Méndez begleitet.

Cepillo (auf Deutsch: Bürste) ist sicher allen damaligen Besuchern in besonders lebhafter Erinnerung geblieben: Was er seinem Cajón, einer Perkussionskiste, die ihm auch zum Sitzen diente, an Musik entlockte, war schier unvorstellbar, und so mancher Zuhörer musste diese „Kiste“ in der Pause einfach näher begucken.

Die BZ schrieb damals in ihrer Kritik u.a.:
„… Das Gitarrenspiel von Nuñez ist völlig attitüdenfrei. Die virtuose, von der klassischen Gitarre … nachhaltig beeinflusste Technik ist beachtlich – sie zu Schauwerten zu münzen, ist Nuñez indes fremd. Von der Spielhaltung und vom Erscheinen her wirkt er fast wie ein prototypischer Gegenentwurf zum mediterranen Macho der alten Schule. In sich ruhend, sich seines Wertes bewusst, aber nicht auftrumpfend. Die Emotion, deren expressive Zurschaustellung wesentlicher Teil des Flamenco ist, scheint hier zwar nicht gemindert, doch eher in eine gelöste Innerlichkeit gewandelt.
Einer wie Gerardo Nuñez gibt natürlich auch im Zusammenhang seiner Mitmusiker nicht den zampanohaften Instrumentalvirtuosen. Die Musiker sind Partner, man begegnet sich auf Augenhöhe, sucht den Dialog, und der ist höchst angeregt. Die Bälle fliegen nur so hin und her zwischen Nuñez, Pablo Martin, einem Meister der schwebenden Bassläufe, und Cepillo, dem gewitzten Spieler der hölzernen Perkussionskiste Cajón. …“

Karten:
– Musikalienhandlung Bartels, Braunschweig, Schlosspassage, Tel.: 0531 / 125712
– Tourist-Büro Braunschweig (Am Dom), Tel.: 0531 / 470-2040
– Konzertkasse, Braunschweig, Schild 10, Tel.: 0531 / 16606
– Online über eventim
– Abendkasse
– und weitere …

Eintritt: Abendkasse 19 € / 17 € (ermäßigt) / 10 € (SchülerInnen)

Mit freundlicher Unterstützung:
Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz
Kulturinstitut der Stadt Braunschweig