Rabih Abou Khalil + Joachim Kühn + Jarrod Cagwin

Nord/LB in der Dankwardstraße

Rabih Abou Khalil, Oud
Joachim Kühn, Klavier
Jarrod Cagwin, Schlagzeug

Das ist eine Begegnung der besonderen Art: Das Zusammentreffen von Hauptinstrumenten der jeweiligen tief verwurzelten Musikkulturen, der Oud für Arabien und des Klaviers für Europa. Rabih Abou-Khalil, Meister auf dem 12saitigen gitarrenähnlichen Instrument, und Joachim Kühn, Europas herausragender Jazz-Pianist, trafen sich immer wieder, weil sie seit langen Jahren in demselben Studio bei Kühns Freund Walter Quintus ihre Platten aufnahmen, ohne jemals zusammen zu spielen. Nun haben sie es gemacht und in einer Nacht zusammen mit dem Schlagzeuger Jarrod Cagwin die CD „Journey To The Centre Of An Egg“ eingespielt. „Ein ungewöhnlich schönes Album fern aller Genres mit einem Sound, der mal intim und mal episch klingt“, schreibt Max Annas in „Jazzthing“ (Sept./Okt. 05).

Joachim Kühn sagt da im Interview: „Wir haben schon nach dem ersten Set gemerkt, dass es einfach sofort klappte. Es war simpel, es war organisch, es war Musik pur.“ Und Rabih Abou-Khalil, in Beirut geboren und seit 1978 in Deutschland, der bisher nie einen Pianisten in seinen Gruppen wollte, sagt: „Nichts an Joachims Spiel konnte meine Vorurteile gegenüber dem Klavier bestätigen. Mir hat an der Zusammenarbeit mit Joachim besonders gut gefallen, dass weder ich ihn als Jazzmusiker gesehen habe, noch er mich als arabischen Musiker.“
Mit dem Schlagzeuger Jarrod Cagwin haben die beiden einen Musiker dabei, der mit dem Rhythmus „noch den Extrakick bringt“ (Kühn) und „wie eine Brücke zwischen uns beiden ist“ (Abou-Khalil).

Joachim Kühn ist in Braunschweig ein alter Bekannter. 1944 in Leipzig geboren, klassisch bestens ausgebildet, interessierte er sich durch den Einfluss seines Bruders, des Klarinettisten Rolf Kühn, schon früh für den Jazz, wurde mit 17 Berufsmusiker, gründete 1964 sein erstes Trio, das man getrost dem Free Jazz zuordnen kann und blieb 1966 in Westdeutschland. Von 1968 an wohnte Kühn in Paris und spielte mit den unterschiedlichsten Musikern zusammen. Anfang der 70er-Jahre widmete sich Kühn den elektrischen Keyboards und dem Fusion-Jazz, tauchte in Szene der amerikanischen Westküste ein. Seit 1985 konzentrierte er dann wieder ganz dem akustischen Piano. Die Zahl der LPs und CDs, die Joachim Kühn unter eigenem Namen einspielte, liegt bei über 40. Auf mehr als 150 Tonträgern ist er als Sideman zu hören, meist in hochprominenter Umgebung. Mit seiner Spielweise und Klansprache gilt Joachim Kühn heute im Kreis der Kollegen und für ein internationales Publikum als einer der großen Jazzmusiker unserer Zeit.

Eintritt: Abendkasse: 18 € (erm. 16 €), Vorverkauf: 15 € (erm. 13 €)

Mit freundlicher Unterstützung:
Nord/LB

Marc Copland Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Marc Copland (Piano)
Drew Gress (Bass)
Jochen Rückert (Schlagzeug)

Der amerikanische Pianist Marc Copland, Meister des sensibel modellierenden Anschlags und bekannt geworden als Erneuerer mit einer einzigartigen Beherrschung von Harmonie und Zeitgefühl, gilt als der wohl bedeutendste „lyrische“ Jazz-Pianist in der aktuellen Szene. Das Spiel in der klassischen Klavier-Trio-Formation, zu der Copland jetzt zurückgekehrt ist, lobte „Die Zeit“ gerade als „Entdeckung des Jahres“.
Der 57-Jährige erlebt seit 2000 gerade in Europa einen musikalischen Durchbruch mit fast 20 Alben in unterschiedlichsten Besetzungen: Vom Piano-Solo über Duo-Einspielungen (mit Greg Osby beziehungsweise Gary Peacock) und Trio-Formationen (mit Kenny Wheeler und John Abercrombie beziehungsweise mit Drew Gress und Jochen Rückert, mit denen er nach Braunschweig kommt) bis hin zum Quartett (mit Randy Brecker).
„Ob der Tastenspezialist, der auch schon eine kurze Karriere als Saxofonist hinter sich hat, nun solo, im Dreier oder in größerer Besetzung spielt: auffällig ist sein Hang zu warmen Tönungen, zu dunklen Kolorierungen“, schreibt Ssirus W. Pakzad in „Jazzthing“. Copland sagte ihm: „Darum spiele ich auch Klavier: weil man auf diesem Instrument so eine unglaubliche Palette an Farben entstehen lassen kann.“
Dabei drückt Copland meist das Pedal, um den Obertönen nachlauschen zu können. Pakzad: „Neben diesem Sinn für Farbgestaltung fällt bei Copland auch auf, wie sehr er die Pause, das Innehalten zur Kunst gemacht hat.“ Auf der Trio-CD mit Gress und Rückert unter dem Titel „Some Love Songs“ schwelgt Copland in Balladen, „die einem das Herz schwer werden lassen. Das Trio spielt in einer ganz anderen Zeitdimension“.

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Eintritt: Abendkasse: 15 € (erm. 13 €), Vorverkauf: 12 € (erm. 10 €)

Mit freundlicher Unterstützung:
Braunschweigischer Vereinigter Kloster- und Studienfonds

Vincent Herring Quartett

Nord/LB in der Dankwardstraße

Vincent Herring (Altsaxofon), Anthony Wonsey (Piano),
Richie Goods (Bass), Joris Dudli (Schlagzeug)

Den Auftakt am neuen Veranstaltungsort, der Schalterhalle der Nord/LB Dankwardstraße, macht das fulminante US-Amerikanische Quartett des Altsaxofonisten Vincent Herring (Jahrgang 1964). Feste Verwurzelung in der Tradition und Offenheit für neuere Entwicklungen sind „kreative Antriebskräfte, wenn Herring seinen stets bluesig unterfütterten „hard driving“ Sound auf den Weg bringt“ (Jazz-Lexikon). Funky-swingend, kräftig boppend und extrem soulig sind besonders seine Live-Auftritte auch ein Bekenntnis zur schwarzen Musik. Dabei führt Herring selbst seine Live-Qualität auf Erfahrungen als Straßenmusiker zurück. Der Trompeter Nat Adderly, in dessen Band Herring von 1987 bis1993 spielte, bezeichnete ihn als „in jeder Beziehung großen Musiker“. Herring hat 14 CDs als Leader und mehr als 100 als Sideman eingespielt. Dabei sind Aufnahmen mit Nat Adderly, Freddie Hubbard, Art Blakey’s Jazz Messengers, Horace Silver, Jack DeJohnette, Dollar Brand, Larry Coryell und viele mehr. Er ist heute ständiges Mitglied bei der „Kind Of Blue“-Formation und im Cedar Walton Quartet.
Pianist Anthony Wonsey bekam ein Voll-Stipendium am Berklee College of Music. Nach seinem Abschluss 1994 begann er mit vielen renommierten Jazzgrößen zu spielen, unter anderen bei Kenny Garrett , Lenny White, Antonio Hart, Clark Terry und Carmen Lundy. Außerdem wurde er festes Mitglied bei Elvin Jones, Nicholas Payton und Pharao Sanders.
Bassist Richie Goods begann seine musikalische Laufbahn in jungen Jahren in den Kirchen und Clubs seiner Heimatstadt Pittsburgh. Auch er besuchte das Berklee College und studierte außerdem mit Ron Carter und Ray Brown. Er gilt als einer der prominentesten jungen Bassisten sowohl im Pop als auch im Jazz. Er ist auf zwei Alben von Whithney Houston und auf drei von Alicia Keys dabei, arbeitete mit Will Smith und Christina Aguillera, tourte mit Manhattan Transfer, Milt Jackson, Stanley Turentine, Russell Malone und spielte drei CDs mit Mullgrew Miller ein.
Schlagzeuger Joris Dudli (geboren in der Schweiz, lebt in Österreich und in den USA) hat jahrelang beim Vienna Art Orchestra und dem Art Farmer Quintet gespielt und viele Konzerte mit Musikern wie Benny Golson, Mulgrew Miller, Chico Freeman, Johnny Griffin und Joe Henderson gegeben. 2002 war er auch bei Joe Zawinuls Sydicate dabei.

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Eintritt: Abendkasse: 16 € (erm. 14 €), Vorverkauf: 13 € (erm. 11 €)

Mit freundlicher Unterstützung:
Nord/LB

Moscow Art Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Mikhail Alperin, Piano, Claviola, Melodica, Gesang
Arkady Shilkloper, Waldhorn, Flügelhorn, Gesang
Sergey Starostin, Klarinette, Blasinstrumente, Gesang

Mit dem Moscow Art Trio kommt eine der aufregendsten und humorvollsten Formation des neuen Jazz. Das Trio der drei singenden Musiker in der ungewöhnlichen Besetzung Piano, Waldhorn und Klarinette spielen eine Mischung aus Jazz, Klassik und Folklore. Sie erzählen so Geschichten durch Musik, horchen weniger dem Intellekt, mehr dem Herzen nach. Dazu vermengen sie mit Witz und Spaß verschiedenste Musikstile: Kammermusik und moderner Jazz, russische Hochzeitsmusik und Folklore aus Bali. Letztere hat der studierte Klassik-Pianist Mikhail Alperin, der unter anderen mit Donald Byrd und Benny Bailey spielte, für sich entdeckt. Im übrigen nennt er Keith Jarrett und den Miles Davis der 60er Jahre als wichtige Jazz-Einflüsse.

Zur Gründung des Trios: In der Umbruchzeit musiziert Alperin eines Tages gerade in seiner Mokauer Wohnung, als sein Nachbar zu ihm kommt: Es ist Arkady Shilkloper, Waldhornist, Mitglied im Orchester des Bolschoi-Theaters, der auch schon mit Lionel Hampton und Elvin Jones aufgetreten ist. Die beiden Touren als Duo, unter anderem auch in der DDR. Dort treffen sie im Hotel auf das Folk-Ensemble von Sergey Starostin, Klarinettist und Autor einer Weltmusiksendung im russischen Fernsehen. Zurück in Moskau gründen die drei 1990 das Moscow Art Trio, das sehr erfolgreich ist. Seither sind diverse Trio und Solo-CDs erschienen.

Eintritt: Abendkasse: 15 € (erm. 13 €), Vorverkauf: 12 € (erm. 10 €)

Mit freundlicher Unterstützung:
CKC integrated solutions

Ion Baciu Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Ion Baciu, piano
Dietmar Osterburg, bass
Billy Bontas, drums

Als einer der einfühlsamsten und ideenreichsten Pianisten Rumäniens hat sich Ion Baciu jr. schon sehr früh erwiesen. Im Jahr 1980 entfloh der damals kmapp 20-jahrige Baciu den unwirtlichen und kunstfeindlichen Bedingungen im kommunistischen Rumänien nach Schweden. Nicht ohne zuvor noch ein kräftiges Zeichen zu setzen. Seine damals mit Dan Mandrila aufgenommene Platte kann getrost zu den besten der rumänischen Jazzhistorie gezählt werden. Heute ist er längst fester Bestansteil der schwedischen und internationalen Szene, hat mit Palle Danielsson aufgenommen und getourt und spielt oft und gerne wieder in seiner alten Heimat. Mit Gefährten aus alten Zeiten wie dem in Deutschland lebenden Drummer Billy Bontas.
Der im Umland Braunschweigs beheimatete Dietmar Osterburg war als junger Geiger wiederholt Preisträger beim Wettbewerb „Jugend musiziert“, ehe er das Studium der E-Gitarre und Kontrabass aufnahm. Er ist als Gitarrist und Komponist Leiter einer eigenen Band, des „Dietmar Osterburg-Quartett“ u.a. mit den Trompetern Christian Kappe und Uli Beckerhoff, beteiligt an Co-Produktionen mit dem „Kussi Weiss Trio“ und dem „Martin Weiss Ensemble“ und als Theatermusiker in Hannover, Braunschweig und Celle tätig.
Der Schlagzeuger des Trios ist Billy Bontas, ein seit langem in Deutschland lebender Drummer, mit dem Baciu oft zusammen gespielt hat.

Eintritt: 13,- € an der Abendkasse

Mit freundlicher Unterstützung:
G.O.D.

Nabatov / Wogram – Duo

Städtisches Museum Braunschweig

Siman Nabatov Piano
Nils Wogram Posaune

Unbändigen Spaß am Zusammenspiel haben der Braunschweiger Posaunist Nils Wogram und der in Moskau geborene Pianist Simon Nabatov, seit sie 1995 zum ersten Mal zusammen trafen. Sowohl der junge Nils Wogram (Jahrgang 1972) als auch der ältere Simon Nabatov (Jahrgang 1959) haben nach einer Ausbildung in klassischer Musik zur improvisierten Musik und zum Jazz gefunden. Das merkt man ihren Spielweisen und ihren Kompositionen an, die offen sind für Einflüsse verschiedenster Musik-Stilrichtungen. Dabei sind die Stücke durch längere arrangierte beziehungsweise komponierte Teile geprägt – mit viel Freiraum für Improvisationen. Das Duo-Debüt dieses Traumpaares 1997 wurde von der Kritik und vom Publikum gefeiert. Die neue, dritte CD der beiden hat den Titel „The Move – Between The Lines“.

Nils Wogram, der in der jazzverwöhnten Stadt Braunschweig groß geworden ist, studierte klassische Musik auf seinem Instrument Posaune, gewann 1989 den Preis „Jugend musiziert“ für Solo-Posaune, war 1990 unter den Gewinnern im „Jazzpodium Niedersachsen“ und studierte von 1990 bis 1992 mit einem Stipendium – gefördert durch die Braunschweiger Brauerei Feldschlösschen – in New York an der „New School“ auch Komposition und Musik-Arrangement. Mit den New Yorker Erfahrungen heimst Wogram, der auf der Posaune einen eigenen unverwechselbaren Sound entwickelt, auch danach jede Menge Preise ein. Mit Bands in verschiedenster Besetzung – vom Duo bis zum Oktett – verwirklicht Wogram, der heute in Köln lebt Konzepte aufregender Mischungen aktueller Jazzströmungen in einzigartigen Soundstrukturen. Da fließen Blues, mikrotonale Arabesken, Balkan-Musik, Latin-Grooves oder Obertongesänge wie aus einem Atem ein.

Pianist Simon Nabatov ist in einer Musikerfamilie aufgewachsen. Er studierte am Moskauer Konservatorium und – nach der Emigration 1979 nach New York – an der „Juillard School Of Music“. Damals begann er sich für die improvisierte Musik und den Jazz zu interessieren. Seitdem spielte er mit den verschiedensten Jazzgrößen und unterschiedlichen eigenen Bands.

Eintritt: 17 Euro an der Abendkasse

Mit freundlicher Unterstützung:
VW-Bank

Mark Wyand Quartet

Städtisches Museum Braunschweig

Mark Wyand, saxophones
Carsten Daerr, piano
Oliver Potratz, bass
Sebastian Merk, drums

Jazz mit einer großen Bandbreite spielt das Quartett des gebürtigen Briten Mark Wyand (Jahrgang 1974, s. auch http://www.markwyand.com), der als Saxofonist in der deutschen Jazzszene zu den aufregendsten Stimmen seiner Generation zählt. Die Band, die 1991 in Berlin gegründet wurde, spielt ausschließlich Eigenkompositionen und – so Wyand – „spannt einen Bogen von energetischen Grooves über freie Passagen bis hin zu elegischen Balladen“.
Inspirationen der Bandmitglieder aus Jazz, Pop, Klassik und Neuer Musik werden in der klassischen Quartettbesetzung zusammengeführt, wobei die Herausforderung im Detail des Zusammenspiels liegt. Wyand: „Im Vordergrund steht nicht die Festlegung auf eine bestimmte Stilistik, sondern die Suche nach der Freiheit für alle, stets auf jeden Einfluss zurückgreifen zu dürfen und in jedem Augenblick die größtmögliche Authentizität zu erreichen.“
Mark Wyand studierte an den Musikhochschulen in Köln, Würzburg und Berlin, unter anderen bei Wolfgang Engstfeld und Leszek Zadlo, beendete sein Studium im Jahr 2000 mit Auszeichnung, lebt seither als freischaffender Saxofonist in Berlin und arbeitete mit den verschiedensten Ensembles aus dem Jazz-, Pop- und Klassikbereich zusammen. Das reicht von Kenny Wheeler, Clark Terry und Till Brönner über Bigbands von RIAS und SWR, dem Summit Jazz Orchestra und dem Radiosinfonieorchester Berlin bis hin zu Klaus Doldinger, Carlo Morena und dem Popstar Robbie Williams. Sein Debütalbum seines Quartetts mit dem Titel „Lucid Dreams“ bekam sehr gute Kritiken. So Jazzpodium (9/2004): „Alle Facetten und Klangfarben des modernen Jazz werden hier bedient…. Ein durchaus gelungener Einstand eines bemerkenswerten Debütanten.“
Der Berliner Carsten Daerr (Jahrgang 1975), der früh klassischen Klavierunterricht erhielt, studierte bis 2002 Jazzpiano und Komposition. Seit 1998 ist er in eigenen Bandkonzepten engagiert. Daneben komponiert er regelmäßig im Bereich Neue Musik für Kammermusikbesetzungen. Den Bass spielt Christian von Kaphengst (Cafe du Sport, Till Brönner Group) als Ersatz für Stammbassist Pepe Berns, der auf China-Tournee ist.
Schlagzeuger Sebastian Merk (Jahrgang 1977) kommt aus der Frankfurter Musikszene und ist seit 2001 fester Bestandteil der jungen Berliner Jazzgemeinschaft. Er spielte unter anderem mit Lee Konitz, Tony Lakatus und Frank Möbus und arbeitet heute mit stilistisch unterschiedlichen und vielseitigen Gruppen zusammen.

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Eintritt: 15 Euro an der Abendkasse

Mit freundlicher Unterstützung:
VW-Bank

Gerardo Nuňez Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Gerardo Nuňez, Gitarre
Pablo Martin, Bass
Angel Sanchez „Cepillo“, Perkussion

Flamenco-Jazz könnte man nennen, was der spanische Flamenco-Gitarrist Gerado Nuňez mit seinen Kollegen Pablo Martin am Bass und dem Perkussionisten Angel Sanchez „Cepillo“ spielt. Improvisationen voller Leidenschaft, eine präzise und ungeheuer schnelle Spielweise von hoher Virtuosität und eine rhythmische Komplexität, die aus dem profunden Wissen um den Kern des Flamenco kommt.

Gerado Nuňes wurde 1961 in Jerez de la Frontera (Andalusien), der Wiege des Flamenco geboren. Von Kindesbeinen an hat er als Gitarrist die fulminante Technik und die faszinierende Rhythmik dieser spanischen Musik angeeignet. Und er hat neben Paco de Lucia die Verbindung zu anderen Stilrichtungen gesucht, vor allem zum Jazz.

Den internationalen Durchbruch brachte dem heute in Madrid lebenden Nuňez das Album „Flamencos de Nueva York“ (1989). Das Fachmagazin Guitar Player urteilte: „Ein herausragender Techniker – wer das nicht ist, bringt es bei den hohen Maßstäben des Flamenco eh nicht weit. Viel bemerkenswerter sind deshalb sein unbestechlicher musikalischer Geschmack und seine Meisterschaft in der Verschmelzung unterschiedlicher Stile.“ In Zusammenarbeit mit Jazzmusikern wie dem Saxofonisten Michael Brecker nahm er 2000 die CD „Jazzpaňa II“ auf, die den „Preis der deutschen Schallplattenkritik 1/2001“ und den „German Jazz Award“ gewann. Auch seine neueste Platte „Andando el Tiempo“, aufgenommen in seinem eigenen Studio in Madrid, ist wieder ein Meilenstein des Erneuerers der Flamenco-Musik. Mit dabei ist auch der sardische Trompeter Paolo Fresu, der im Februar mit seinem Trio P.A.F. in Braunschweig war.

Eintritt: 17 Euro an der Abendkasse

„P.A.F. Trio“

Städtisches Museum Braunschweig

Paolo Fresu, Trompete & Flügelhorn
Antonello Salis, Klavier & Akkordeon
Furio di Castri, Double-Bass

Das P.A.F.-Trio des italienischen Trompeters und Flügelhornisten Paolo Fresu (siehe auch: http://www.paolofresu.it ) hat mediterranes Flair. Zwischen freien Improvisationen und dem Verweilen und Umspielen von Standards und Evergreens Italiens balancieren die drei Musiker mit seiltänzerischer Leichtigkeit und in unglaublich harmonischem Zusammenspiel.
Paolo Fresu, der zahlreiche nationale und internationale Preise einheimste und mit seinen sehr verschiedenen Projekten zum Star am europäischen Jazzhimmel wurde, spielt die Trompete und das Flügelhorn mit Dämpfer. Seine an Miles Davis und Chet Baker orientierte Spielweise erzeugt den verhangenen, melancholischen Ton, der aus der Entfernung zu einem zu dringen scheint. Der kleine, zierliche Sarde entwickelt mit diesen gedämpften lyrischen Tönen raumfüllende und vitale Strahlkraft.

Vor mehr als zehn Jahren begann Fresu gemeinsam mit dem Bassisten Furio di Castri mit ihren akustischen Instrumenten ebenso konsequent wie kreativ die klanglichen Möglichkeiten elektronischer Effekte auszuloten. Ihr eigenes Repertoire aus Eigenkompositionen, Standards und Improvisationen erhielt dabei stets neue Farben durch die Zusammenarbeit mit Tänzern, Schauspielern und Musikern. Dazu zählten der englische Pianist John Taylor, der Percussionist Naco, der norwegische Pianist Jon Balke und der Schlagzeuger Pierre Favre.
1995 stieß der Multiinstrumentalist und Akkordeonvirtuose Antonello Salis zum Duo und blieb. Wie Fresu ist Salis auf Sardinien geboren. Gemeinsam mit den Trio-Partnern, der sardischen Sängerin Elena Ledda und traditionellen sardischen Chören realisierte Fresu sein Großprojekt „Sonos E Memoria“, das auch außerhalb Europas begeisterten Zuspruch fand. Zu filmischen Bildern aus den 30er bis 50er Jahren spielen die Musiker live: Auf den Spuren der Vergangenheit moderne Musik mit den Facettenreichtum sardischer Klangfarben.

Das P.A.F.-Trio nimmt diese Auseinandersetzung mit der Geschichte der Insel im Schnittpunkt der Mittelmeerkulturen auf. Das rhythmische Herz schlägt der Bassist Furio die Castri. Salis Akkordeon führt von vulkanartigen Ausbrüchen bis zu versunkener Hingabe und klingt in den höchsten Lagen wie ein in Musik verwandeltes gleißendes Licht. Fresus kraftvolles Spiel auf Trompete und Flügelhorn führt souverän sowohl durch Hardbop-artige schnelle Passagen als auch durch lyrische balladenhafte Momente. „P.A.F.“ hat Beat und Bilder.

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Eintritt: 17 Euro an der Abendkasse

Mit freundlicher Unterstützung:
Öffentliche Versicherung

Friedrich / Hebert / Moreno-Trio feat. Dave Liebman

Städtisches Museum Braunschweig

Jürgen Friedrich, Piano
John Hebert, Bass
Tony Moreno, Schlagzeug
David Liebman, Sopransaxophon

Für das 1998 in New York gegründete Trio Friedrich-Hebert-Moreno war vom ersten Tag an klar, dass diese Konstellation ein echter Glücksfall ist und dementsprechend liest sich ihre Erfolgsgeschichte. Nach vielen gefeierten Konzerten in den USA und Europa sowie zwei hochgelobten CD-Einspielungen geht das Trio um den jungen Braunschweiger Pianisten und Komponisten Jürgen Friedrich, erneut auf Tournee, um ihre dritte CD „Resistance“ vorzustellen. Mit von der Partie ist als Stargast David („Dave“) Liebman, einer der bedeutendsten Saxophonisten des Jazz der letzten Jahrzehnte und „nach Sydney Bechet, Steve Lacy, John Coltrane und Wayne Shorter der wichtigste neuere Stilist auf dem Sopransaxophon“ (Jazz-Lexikon). Friedrich, der heute in Köln lebt, spielt im Trio zusammen mit dem Bassisten John Hebert aus der New Yorker Szene, der schon mit Uri Caine, Billy Hart, Gary Thomas und John Abercrombie zusammengespielt hat, und dem Schlagzeuger Tony Moreno, der als „alter Hase“ einer der gefragtesten Drummer ist: er spielte etwa mit Bill Frisell, Paul Bley, Sam Rivers, Richie Beirach, The Lounge Lizzards, und Ravi Coltrane.
Dave Liebman, der auf dem Sopransaxophon „eine eigene Sprache mit einem schlanken, dennoch in seinen Konturen vielfarbig chancierenden Ton“ (Jazz-Lexikon) entwickelt hat, spielte Anfang der 70er Jahre bei Miles Davis und wurde danach mit seiner Band „Lookout Farm“ bekannt. Liebman hat auch als Lehrer Einfluss auf viele Musiker und ist Autor zahlreicher didaktischer Bücher.
Jürgen Friedrich begann in seiner Heimatstadt Braunschweig mit klassischem Klavierunterricht. Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewann er als Partner des Braunschweiger Posaunisten Nils Wogram den Preis für Klavierbegleitung. An der Kölner Musikhochschule studierte Friedrich dann Jazzklavier (bei John Taylor) sowie Komposition und Arrangement. 1997 gewann Friedrich mit seinen Stücken und Arrangements für Big Bands als erster Europäer den renommierten Gil-Evans-Preis für Jazzkomposition und spielte 1998 in New York seine Werke mit dem Orchester von Maria Schneider. Seitdem gibt es das Friedrich-Hebert-Moreno-Trio, geboren aus einer Jam-Session, bei der alles stimmte. Jürgen Friedrich sagt: „John hat einen Wahnsinn-Sound, schnelle Ohren, virtuose Technik und Tony beherrscht die Kunst wirklich zu formen und zu gestalten, die Kunst des Bruchs und die seltene Kunst des Atmens auf dem Schlagzeug.“
Die Stücke Friedrichs sprechen eine klare, eigenständige Sprache, die Musik des Trios bewegt sich traumwandlerisch sicher im Spannungsfeld der Traditionen des Modern Jazz mit überraschenden Wendungen.

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Eintritt: 15 Euro an der Abendkasse

Mit freundlicher Unterstützung:
VW-Bank