„Jazz + Literatur“

Städtisches Museum Braunschweig

Otto Wolters, Piano
Gunnar Plümer, Bass
Dieter Hufschmidt, Lesung

Als Jahresabschlusskonzert eine Uraufführung: Der Pianist Otto Wolters, den man in Braunschweig nicht weiter vorstellen muss, spielt zusammen mit dem Bassisten Gunnar Plümer Jazz, der sich auf Literatur bezieht. Und zwar auf den fulminanten Roman „Der menschliche Makel“ des US-Autors Philip Roth. Der Schauspieler Dieter Hufschmidt (seit 1969 am Schauspiel Hannover, davor unter anderem auch am Staatstheater Braunschweig) liest aus diesem ausufernd erzählten Roman, der sowohl ein Porträt der amerikanischen Gesellschaft nach Clinton ist, als auch eine Liebesgeschichte eines alternden Intellektuellen mit einer faszinierenden Analphabetin, die Geschichte einer Intrige um Rassismus ebenso wie ein Krimi auf höchsten Niveau und, scheinbar am Rande, spielen die Spätfolgen des Vietnamkrieges hinein. Hufschmidt: „Die Lesung bezieht sich auf zwei Aspekte und macht hoffentlich Leseappetit auf die anderen.“ Darauf wiederum beziehen sich die Jazzimprovisationen, die Otto Wolters zusammen mit Gunnar Plümer, der auch bei der Wolters-CD „Evergreen“ dabei ist, im Duo spielen.
Die Verbindung von Jazz und Literatur hat eine lange Tradition. Erinnert sei an den Schriftsteller Peter Rühmkorf, der in Hamburg mit dem Pianisten Michael Naura schon Ende der 60er Jahre „Jazz&Lyrik“ zum Begriff gemacht hat. Auch für Wolters und Hufschmidt ist es das zweite Projekt: 1997 gab es einen sehr erfolgreichen Jazz&Lyrik-Auftritt zu Texten von Heinrich Heine.
Dieter Hufschmidt (Jahrgang 1935) ist Schauspieler (Theater, Radio, Fernsehen), Pädagoge (Honorarprofessor der Hochschule für Musik und Theater Hannover) und Sprecher,Vorleser. Er las in acht Jahren die 4500 Seiten von Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ vor, zurzeit ist der Roman (1200 Seiten) „Die Fälschung der Welt“ von William Gaddis dran. Außerdem und immer wieder besonders häufig sind es Texte von Beckett, Heine, Busch, Schwitters, Musil und Jandl. Hufschmidt ist einer von den „7 Brüder“n, so der Titel des Dokumentarfilms von Sebastian Winkel (2003).
Otto Wolters (Jahrgang 1938) kam nach 10 Jahren klassischer Ausbildung zum Jazz. Der „technisch brillante Pianist, der Einflüsse von Bill Evans und McCoy Tyner mit Zitaten der gesamten Tradition des Jazzklaviers verbindet“ (Jazz-Lexikon), lebt in Braunschweig. Er unterrichtete auch an der Hochschule für Musik in Hannover. Seine CD „Evergreen“ (1998, mit dem Bassisten Gunnar Plümer und dem Schlagzeuger Michael Küttner) schlägt auf spielerische Weise aus alten deutschen Schlagern Jazzfunken hervor. Das reicht von „Auf Wiederseh’n“ bis zu „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“.

Eintritt: 15,- €

Mit freundlicher Unterstützung:
Buchhandlung GRAFF
La Vigna

Gebhard Ullmann „Basement Research (New Edition)“

Städtisches Museum Braunschweig

gebhard ullmann, bassclarinet, tenor saxophone, soprano saxophone, bassflute
steve swell, trombone
tony malaby, tenor saxophone
mark helias, double bass
gerry hemingway, drums, percussion

Der deutsche Multiinstrumentalist Gebhard Ullmann (Jahrgang 1957, http://www.gebhard-ullmann.com), der mehr als 20 CDs in unterschiedlichsten Bands eingespielt hat, knüpft mit seinem neu formierten Quintett an die Formation „Basement Research“ an, die er 1995 in New York – neben Berlin seinem zweiten Aktionsfeld – zusammen gestellt hatte. Fünf Jahre nach der von der Kritik als äußerst dicht und intensiv hochgelobte CD „Kreuzberg Park East“ kommt Ullmann, der als Instrumentalist vor allem auf der Bass-Klarinette seinen ureigenen Sound gefunden hat, nun mit den vier fulminanten amerikanischen Musikern Tony Malaby (Tenorsaxofon), Steve Swell (Posaune), Mark Helias (Doppel-Bass) und Schlagzeuger Gerry Hemingway zum Konzert.

„Ullmanns CDs sind faszinierende Essays über verschiedene Aspekte der Tradition und Avantgarde und wie beides verschmilzt“, heißt es im Penguin Jazz Book. Und der Komponist und Pianist Paul Bley hält Ullmann für „einen der besten improvisierenden Musiker in der heutigen Welt“.

Gebhard Ullmann studierte hat an der Musikhochschule in Hamburg Flöte und daneben privat bei Herb Geller und Dave Liebman Saxofon. In der ersten Phase spielte er zusammen mit dem Gitarristen Andreas Willers im Duo und erhielt 1983 den Nachwuchspreis der Deutschen Phonoakademie. 1984 gründete das Duo in Berlin das Quartett „Out To Lunch“ (nach dem Albumtitel einer der besten Aufnahmen des Bass-Klarinettisten Eric Dolphy) und ging auf internationale Tourneen. 1992 beginnt Ullmann zusammen mit dem Akkordeonisten Hans Hassler das Projekt „Tá Lam“, bei dem diverse Flöten und Bass-Klarinetten zu einem eindrucksvollen Geflecht verwoben werden. Da zeigt sich der außergewöhnliche Stilwillen Ullmanns. „Er bereist als improvisierender Komponist und komponierender Improvisator mit Vehikeln der Tradition wie auch der Avantgarde wechselnde Welten von Rhythmus, Klang, Spieltechnik und Funktion und assimiliert sie für sein unverwechselbares Œuvre.“ (Jazz-Lexikon)

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Nguyên Lê & Band

Städtisches Museum Braunschweig

Nguyên Lê (Gitarre)
Paul McCandless (Saxofone, Klarinetten)
Art Landes (Piano)
Jamey Haddad (Perkussion)

Weltmusik im wahrsten Sinne des Wortes ist von der vierköpfigen Band des Gitarristen Nguyên Lê http://www.nguyen-le.com zu erwarten, der ja nicht zum ersten Mal zu einem Konzert nach Braunschweig kommt. Die Einflüsse, die Lê so virtuos und einfallsreich in seine Musik einbezieht, reichen vom Jazzrock über vietnamesische und nordafrikanische Musiktraditionen bis hin zum Modern Jazz.

„Ungewöhnliche melodische Wendungen, weite Intervalle, vertrackte Rhythmen und überraschende Zitate“ attestiert das Jazz-Lexikon Nguyên Lê, der 1959 in Paris als Sohn vietnamesischer Exilanten geboren wurde. Mit 15 Jahren spielte er zunächst Schlagzeug und kam dann über den E-Bass autodidaktisch zur Gitarre.

Seitdem arbeitete Lê mit Größen wie Johnny Griffin, Michael Gibbs, Carla Bley, Steve Swallow, Randy Brecker, Steve Lacy, Gil Evans, Triluk Gurtu, John McLaughlin, Dewey Redman und Ornette Coleman zusammen.

Seine CD-Aufnahmen unter eigenem Namen zeigen das breite Musikspektrum dieses herausragenden, rockigen Jazz-Gitarristen: „Tales Of Vietnam“ (1995), „Maghreb And Friends“ (1998), „Bakida“ (2000) oder „Purple – Celebrating Jimi Hendrix” (2002).

Mit dem amerikanischen Pianisten Art Lande spielt Lê mit einem Musiker zusammen, von dem er sagt: „Mein erstes Zusammentreffen mit Art Lande im Jahre 1986 war für mich ein einschneidender Punkt in meiner musikalischen Entwicklung. Mit den ersten Tönen, die wir zusammen spielten, lernte ich Wesentliches über die Essenz des Jazz: Gemeinsame Leidenschaft auf der Basis gemeinsamer Improvisationen, als Einheit von Kopf und Bauch, von Poesie und Verstand.“ Paul McCandless – vor bald 30 Jahren Gründungsmitglied der ersten „Weltmusik“-Band Oregon – bringt auf den selten gebrauchten Instrumenten wie Oboe, Sopran- und Sopranino-Saxofon seine eigenwilligen und unverkennbaren Soundvorstellungen sowie seine lyrische Spielweise ein. Jamey Haddad, Amerikaner mit libanesischen Wurzeln, studierte in Indien Perkussion. Danach spielte nicht nur mit Jazzern wie Dave Liebman und Joe Lovano, sondern auch mit Brasilianern oder Musikern aus Palästina und Marokko zusammen und hat dabei ein eigenes Instrumentarium als Mischung afrikanischer und indischer Perkussionsinstrumente entwickelt.

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International Skoda All Star Band

Städtisches Museum Braunschweig

Uli Beckerhoff (Trompete)
Norma Winstone und Maria Pia De Vito (Gesang)
Matthias Nadolny (Saxophon)
Peter O’Mara (Gitarre)
Glauco Venier (Piano)
Gunnar Plümer (Bass)
Bruno Castellucci (Schlagzeug)

Die acht Musiker aus sechs Ländern kennen sich seit vielen Jahren und haben in verschiedensten Gruppierungen miteinander gearbeitet. Der deutsche Trompeter Uli Beckerhoff und die italienische Sängerin Maria Pia De Vito begeisterten erst Ende Februar das Braunschweiger Publikum mit einem fulminanten Konzert voll wunderbarer Musik. Auch diesmal wird die Musik der All Star Band so vielfältig sein wie die unterschiedlichen kulturellen und musikalischen Einflüsse der einzelnen Musiker. Zeitgenössischer Jazz, klassische Musik des 20. Jahrhunderts sowie Vokal-Musik des Mittelmeerraumes und amerikanischen Songbooks sind die Quellen, auf die zurückgegriffen wird. Alle Musiker, die als Dozenten beim alljährlichen Jazzworkshop des Jazzclubs Trier auftreten, bringen eigene Kompositionen ein, die in unterschiedlichsten Besetzungen, vom Duo bis zum Oktett, gespielt werden. Und das alles mit großer emotionaler Ausdruckskraft, Kreativität, stupenden instrumentalen Fähigkeiten, Spielfreude und nicht zuletzt Humor.

Uli Beckerhoff gehört seit mehr als 30 Jahren zu den führenden Trompetern in Europa. Er veröffentlichte etwa 30 LP/CD unter eigenem Namen oder als Co-Leader. Seit 1991 ist er Professor an der Folkwang Musikhochschule in Essen.
Die neapolitanische Sängerin und Komponistin Maria Pia De Vito studierte klassischen Gesang und Musiktheorie und startete zunächst als Sängerin mediterraner Ethno-Musik, ehe sie sich dem Jazz zuwandte.
Die Engländerin Norma Winstone, die Klavier und Orgel in London studierte, ist eine der erfolgreichsten Jazzsängerinnen in Europa. Sie arbeitete mit Musikern wie Mike Westbrook, Don Cherry, Mike Gibbs, John Abercrombie zusammen. Ihr Trio Azimuth mit John Taylor und Kenny Wheeler ist seit Jahren über die Grenzen Europas hinaus bekannt.
Der Saxofonist Matthias Nadolny stammt aus Deutschland, der Pianist Glauco Venier ist einer der bekanntesten Pianisten in Italien. Der Gitarrist Peter O’Mara stammt aus Australien, kam 1981 aus New York nach München und ist unter anderem Mitglied bei Klaus Doldingers Passport. Bass spielt der Deutsche Gunnar Plümer und Schlagzeug der Belgier Bruno Castellucci.

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Skoda

Eric Watson / Christof Lauer Quartett

Städtisches Museum Braunschweig

Eric Watson (Piano)
Christof Lauer (Saxofon)
Jean-Philippe Morel (Bass)
Christophe Marguet (Schlagzeug)

Unbändiger Drive und ausufernde Spielfreude kennzeichnen den Modern Jazz, den das Quartett mit dem amerikanischen Pianisten Eric Watson und dem deutschen Saxofonisten Christof Lauer spielt. Gerade Lauer mit seiner Phantasie und seiner herausragenden Technik sorgt für eine Strukturfülle und einen „wundervollen Farbenreichtum der Töne von rotziger Sonorität bis zu fahlen Überblasexkursen“.

Eric Watson, der seit 1978 in Paris lebt, hat sich schon während seiner Ausbildung für Klassik und Jazz gleichermaßen interessiert. Als Jazzmusiker spielte er mit Größen wie Steve Lacy, Paul Motian, Ray Anderson und Benny Wallace zusammen: „Ein nirgends einzuordnender Grenzüberschreiter, in dessen Spiel seine unendlichen Erfahrungen vitale Irrlichter anzünden. Eckige Thelonius Monk-Erinnerungen, verbinden sich mühelos mit der klassischen Moderne, romantischer Tastendonner mit Free Jazz-Ausreißern und Abstraktionen der Lennie Tristano-Schule.“ (Ulrich Olshausen, FAZ).

Der deutsche Saxofonist Christof Lauer (Jahrgang 1953) verbindet in seiner heutigen reifen Spielweise die Tradition des zupackenden Hard Bops mit souligem Jazz-Funk und des rauen Balladen-Tons von Ben Webster mit der impulsiven Energie von John Coltrane. Die Freiheit im Ausdruck und der Fluss der Gedanken sind für ihn entscheidende. Die wilde Free-Zeit ab Mitte der 60er Jahre hat Christof Lauer nur am Rande miterlebt, doch sie prägten sein Denken. Als die New Yorker Avantgarde 1964 die Revolution im Jazz ausrief, übte der Pastorensohn Christof Lauer noch fleißig Cello und bereitete sich auf ein Musik-Studium vor. Erst 1971 wechselte er zum Tenorsaxophon, und schon ein Jahr später studierte er an die Hochschule für Musik in Graz. Dort blieb er bis 1974. Danach verbrachte er seine Lehr- und Wanderjahre in Wiener und Münchner. In Frankfurt wurde er 1979 Mitglied des Jazz Ensembles des Hessischen Rundfunks: Nun zählte er zu den wichtigsten Musikern Deutschlands. 1993 wurde er zudem Solist der NDR Big Band, 1994 Mitglied des United Jazz + Rock Ensemble und 1996 Mitglied des Albert Mangelsdorff Quintett. Heute zählt Lauer zu den bedeutendsten Saxophonisten des Europäischen Jazz.

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Angelika Niescier Quartett „Sublim“

Städtisches Museum Braunschweig

Angelika Niescier, Saxofon
Hans Lüdemann, Klavier
Sebastian Räther, Bass
Christoph Hillmann, Schlagzeug

Handwerkliche Perfektion und einen sinnlichen Ton von großer Intensität loben die Fachzeitschriften an der jungen Saxofonistin und Komponistin Angelika Niescier (Jahrgang 1970). Die gebürtige Polin, die seit über 20 Jahren in Köln lebt und an der Folkwang-Schule in Essen studiert hat, gilt als eine der stärksten jungen Musikerpersönlichkeiten von unbefangener Eigenständigkeit, feinnerviger Ausdruckskraft und intelligenter Virtuosität. Seit 1998 ist sie mit einem eigenen Quartett auf europäischen Bühnen präsent und gilt mittlerweile längst nicht mehr als Geheimtipp.

Nicht von ungefähr hat sie ihre Band „Sublim“ (also etwa feinsinnig) genannt, denn originelle Kompositionen, rhythmisch raffinierte Arrangements, melodischer Einfallsreichtum und kraftvolle Improvisationskunst fügen sich zum feinsinnigen Ganzen. „Sublim“ heißt auch die Debut-CD von Angelika Niescier, die von der Jazzkritik als grandios gelobt wurde.

Ebenso einfühlsam wie virtuos ist die Rhythmusgruppe, in der Sebastian Räther (Bass) und Christoph Hillmann (Schlagzeug) wie aus einem Guss zusammenspielen. Hinzu kommt die immense Ausdruckskraft Hans Lüdemanns – einem Pianisten von internationaler Klasse.

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Heinz Sauer – Uwe Oberg Quartett

Städtisches Museum Braunschweig

Heinz Sauer, Tenorsaxofon
Uwe Oberg, Piano
Georg Wolf, Kontrabass
Jörg Fischer, Schlagzeug

Der Saxofonist und Komponist Heinz Sauer (Jahrgang 1932, http://www.heinzsauer.de ) gehört zum Urgestein des Modern Jazz in Deutschland. In den 60er und 70er Jahren war er Mitglied der Gruppe des Posaunisten Albert Mangelsdorff. Seit 1960 gehört er als Saxofonist und Komponist zum „Jazzensemble des Hessischen Rundfunks“. Er war auf Tourneen durch Nord- und Südamerika, Asien und Nordafrika unterwegs und spielte mit Jazzgrößen wie Archie Shepp, George Adams, Benny Wallace, Bop Degen oder Tomas Stanko zusammen. 1991 erhielt Sauer den Jazzpreis des Landes Hessen, 1999 den Albert Mangelsdorff-Preis (Deutscher Jazzpreis). Mit heiserem Saxofon-Sound, melodischer Phantasie und virtuoser Expressivität bezieht Sauer die Traditionen des Modern Jazz von Bebop über Cool bis zum Free Jazz ein.

Der Wiesbadener Pianist Uwe Oberg (Jahrgang 1962, http://www.uweoberg.de ) begann mit sieben Jahren, Klavier zu spielen, ging durch verschiedene populäre Musikstile und landete in den frühen 80er Jahren beim Jazz. Beeindruckt vom Free Jazz entwickelte er ungewöhnliche Spieltechniken. Oberg spielte in verschiedenen musikalischen Kontexten und beschäftigte sich intensiv mit der Musik von Thelonius Monk und John Coltrane. Oberg gehört zu den interessantesten freien Pianisten der jüngeren Generation, urteilt die Fachpresse. Und: Oberg spielt mit sicherem Klanggespür aus einem distanzierten, aber liebevollen Verhältnis zur Geschichte des Jazz-Pianos heraus.

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Volkswagen Bank

Jam-Session der Musiker-Initiative Braunschweig mit „Die Camper“

Jazzclub „Baßgeige“

Anne Prenzler (Hannover), Gesang
Jakob Rubin (Hannover), Alt-Saxofon
Philipp Sinkemat (Königslutter), Klavier
Jakob Dreyer (Hamburg), Kontrabass
Raphael Becker-Foss (Hameln), Schlagzeug

Den Beginn der Session bestreiten dieses Mal „Die Camper“, die wahrscheinlich einzige gecastete Jazzband Niedersachsens: alle Mitglieder sind auf ihrem jeweiligen Instrument Solo-Preisträger des landesweiiten Wettbewerbes „Jugend jazzt“. Als „Die Camper“ erhielten sie mehrere Förder-Workshops bei namhaften Dozenten wie Michael Schiefel, Jo Thönes, Detlev Beier u. a. und spielten in wechelnden Besetzungen auf Veranstaltungen und Festivals in Niedersachsen.

Lasse Lindgren Hip Bop Constellation

Städtisches Museum Braunschweig

Lasse Lindgren, Trompete
Björn Cedergren, Saxophon
Daniel Nolgard, Klavier
Johan Öijen, Gitarre
Peter Janson, Bass
David Sundby, Schlagzeug
Göran Kroon, Perkussion

Der schwedische Trompeter Lasse Lindgren ist einer der innovativen Top-Trompeter der aktuellen Jazzszene in Schweden, der in vielen internationalen Bigbands (NDR-Bigband, Danish Radio Jazzorchestra, Stockholm Jazz Orchestra, Swedish Jazz Composers Orchestra) und als Sideman etwa mit Ray Anderson, Ray Charles, Joe Henderson, Palle Mikkelborg, David Sanborn und McCoy Tyner gespielt hat.

Sein Hip Bop Constellation Projekt ist ein Glaubensbekenntnis an die Kraft und Energie des Jazz mit eigener Handschrift: Highnotes wechseln sich ab mit weichen Melodielinien, dem Staccato folgt gefühlvolle Gelassenheit. Lasse Lindgren hat eine virtuose immer transparente Hingabe zu seinem Instrument. Er ist das nimmermüde Kraftwerk in einer Gruppe von Gleichberechtigten.

Power-Jazz mit deutlichen Bezügen auf die Zeiten des Hard Bop mit den großen Interpreten kennzeichnen das Spiel der Lindgren-Constellation, deren erste CD „Walkin’ around“ hochgelobt wurde.

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Julia Hülsmann Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Anna Lauvergnac, Gesang
Julia Hülsmann, Klavier
Marc Muellbauer, Bass
Heinrich Köbberling, Schlagzeug

*“Mama told me“ Songs by Randy Newman*

Julia Hülsmanns http://www.bit-musikverlag.de/kuenstler/julia-huelsmann.html Projekt Scattering poems, welches die norwegische Sängerin Rebekka Bakken präsentierte, ist eines der erfolgreichsten, wenn nicht das erfolgreichste deutsche Jazzprojekt in diesem Jahr (Jazzcharts März #3, September #8, seit März 2003 in den top 20). Nach der Vertonung von E.E.Cummings Gedichten entschied sie, sich für ihr nächstes Projekt auf das Arrangieren von fremdem Material zu konzentrieren. Sie hatte schon seit Längerem die Idee, Songs von Randy Newman zu bearbeiten, mit dessen Musik sie aufgewachsen war, und den sie als Songwriter und Komponisten sehr schätzt.
Newmans Songs vermeiden stereotype Kriterien von „Schönheit“, sie sind direkt, rau und emotional. Seine Kompositionen sind sehr starke Vorlagen, die oft die „naheliegende“ musikalische Lösung vermeiden, und sich durch sehr eigene, originelle Wendungen auszeichnen. Für Hülsmann liegt die Faszination und Herausforderung eben darin: Die Eigenheiten der Musik zu erhalten und in die eigene musikalische Sprache zu integrieren.
Diese Eigenheit spiegelt sich auch in den Texten wider. Texte, deren Bandbreite Zynismus, Wärme, Poesie und Ironie gleichermaßen umfasst und die eine Stimme erfordern, die diese Bandbreite und Tiefe ausdrücken kann.
Julia Hülsmann suchte mehrere Monate lang in unzähligen Plattenläden und im Internet, und kam schließlich auf die Italienische Sängerin Anna Lauvergnac, die durch ihre langjährige Mitgliedschatft im Vienna Art Orchestra bekannt ist. Anna kam für eine Probe nach Berlin und nach kurzer Zeit war klar, dass die Suche beendet war.

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G.O.D.

NDR-Bigband

Städtisches Museum Braunschweig

Leitung: Lucas Schmid
Reiner Winterschladen, Trompete

*George Gershwin: Porgy & Bess*

Die NDR Bigband präsentiert Arrangements der Gershwin-Oper „Porgy And Bess“, die der Arrangeur Gil Evans (1912-1988) und Miles Davis (1926-1991) als Orchester-Suite 1958 in nur vier Tagen als Platte aufnahmen. Es war nach „Miles Ahead“ das zweite Projekt der Zusammenarbeit des herausragenden Orchesterarrangeurs und des über Jahrzehnte stilbildenden Jazztrompeters. Ihre Interpretation von „Summertime“ gehört zu den Klassikern des modernen Jazz.
Den „Part“ von Miles Davis übernimmt der Trompeter Reiner Winterschladen.
„Alle großartigen Musiken der Vergangenheit“ – schrieb George Gershwin (1898-1937) während der Arbeit an seiner Oper „Porgy And Bess“ – „gehen auf Volksmusik zurück. Sie ist der sprudelnde Quell für musikalische Gestaltungskraft. Und der Jazz ist für mich ein wichtiger Teil der amerikanischen Volksmusik.“ Damit sprach Komponist George Gershwin auch die Quellen afroamerikanischen Ursprungs an. Das von seinem Bruder Ira Gershwin verfasste Libretto stützt sich auf den Roman „Porgy“, von DuBose Heyward aus South-Carolina. Er handelt von dem Krüppel Porgy , der sich in die schöne Bess verliebt. Mord und Totschlag zerstören die Idylle. Im Herbst 1935 wurde die Oper uraufgeführt, nur mit schwarzen Sängerinnen und Sängern. Mit dieser Bedingung überwand Gershwin einige Rassenschranken. Die Opernmusik basiert auf Elementen des Spirituals wie „Call and Shout“ und auf den vom Blues geprägten „blue notes“.
Zum Projekt der NDR-Bigband gesteht Reiner Winterschladen: „Die Perfektion von Miles ist einengend, denn eigentlich möchte ich genau seine Linien spielen.“ Bescheiden fügt er hinzu:„Das, was ich mache, kann nur ein Abklatsch sein!“ Dennoch vertraut Reiner Winterschladen seiner Intuition. Dass die NDR Bigband Evans-getreu und doch modern spielt, dafür sorgen Joachim Ullrich und Lucas Schmid.
Dirigent, Produzent und Künstlerischer Leiter der WDR-Bigband Lucas Schmid betont: “ Die heutige Tongebung ist anders als die von 1958, bedingt allein schon durch die größeren Mensuren der Mundstücke bei den Bläsern und durch ihre Spielweise.“
Dirigent, Musiker und Komponist Joachim Ullrich, Mitbegründer u.a. der „Kölner Saxophon Mafia“, sah anfangs die Gefahr, dass „man eher Interpret denn improvisierender Jazzmusiker und das ganze Projekt denn auch bei der musealen Pflege tradierter Jazzwerte angesiedelt ist“. Doch alle Beteiligten spüren, dass es genügend Freiräume gibt für andere Tempi, für mehr Durchsichtigkeit. „Aber“ – sagt Reiner Winterschladen – „der Grat für eigene Akzente ist sehr schmal.“

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NDR

All Star Quartett

Städtisches Museum Braunschweig

Uli Beckerhoff, Trompete; Maria Pia de Vito, Gesang; Rita Marcotulli, Klavier; Anders Jormin, Bass

Mit Uli Beckerhoff – Trompete, Maria Pia de Vito – Gesang, Rita Marcotulli – Klavier Anders Jormin – Bass kommt vor eine All-Star-Band ins Städtische Museum, deren Mitglieder in Europa zu den großen musikalischen Persönlichkeiten und Stilisten zu zählen sind. Auf dem Programm stehen vorwiegend eigene Kompositionen der beteiligten Künstler, die stark geprägt sind durch die unterschiedlichen musikalischen Kulturkreise. So singt Maria Pia de Vito ihre Texte auf neapolitanisch, der Sprache ihrer Heimatstadt. Die Musik dieses Quartetts bezieht ihre Einflüsse aus dem Modern Jazz, der
klassischen Musik des 20. Jahrhunderts und der Musik des Mittelmeerraumes und wird mit stupender Technik, großer emotionaler Ausdruckskraft und Humor von den Musikern dargeboten. Etliche Kompositionen des Programms sind Welturaufführungen.

Uli Beckerhoff – Trompete

Uli Beckerhoff gehört seit mehr als 30 Jahren zu den führenden Trompetern in Deutschland und Europa, Er veröffentlichte mehr als 30 LP/CD unter eigenem Namen und als Sideman. Er komponierte Hörspiel-, Film-, Fernseh- und Bühnenmusiken für große Orchester, Big Bands und kleine Ensembles. Tourneen, Festivals und Rundfunk- und Fernsehproduktionen in ganz Europa.
1979 machte er Konzerttourneen durch 11 afrikanische Staaten im Auftrag des Goethe-Institutes. Zusammenarbeit in den letzten Jahren u.a. mit Musikern wie John Taylor, Maria Joao, John Abercrombie, Palle Danielsson, Norm Winstone, John Scofield, Jasper van’t Hof. Albert Mangelsdorff und Jon Christensen. Er ist Professor für Jazztrompete an der Folkwanghochschule in Essen und unterrichtet bei Meisterkursen in Bremen, Burghausen, Trier, Weimar, Münster und Berlin. Er war künstlerischer Berater in Weimar, der Kulturhauptstadt Europas 1999. Außerdem arbeitete er am Theater als Komponist und Solist u.a. mit den Regisseuren Werner Schroeter und Hans Kresnik.

Maria Pia De Vito – Gesang http://www.ejn.it/mus/mpdevito.htm

Die neapolitanische Sängerin, Komponistin und Arrangeurin Maria Pia de Vito studierte klassischen und zeitgenössischen Gesang, Musiktheorie und Harmonielehre, bevor sie Mitte der 70er Jahre eine Karriere als Sängerin und Gitarristin mediterraner Ethno-Musik begann.
Aber bereits in den 80ern wandte sie sich dem Jazz zu und arbeitete mit Größen wie John Taylor, Kenny Wheeler, Ralph Towner, Joe Zawinul,
Michael Brecker, Dave Liebman, Miroslav Vitous, Billy Hart, dem Art Ensemble of Chicago u.V.a. zusammen. Sie nahm an den Festivals in London, Bath, Birmingham, Berlin, Köln, Graz, Le Mans, Dublin, Marseille, Rom, Sevilla und Umbria Jazz teil und tourte durch Europa und den USA.

Sandra Hempel Quartett

Städtisches Museum Braunschweig

Sandra Hempel, Gitarre; Gabriel Coburger, Saxophon;
Paul Imm, Bass; Philipp Bernhardt, Schlagzeug

Die Idee für dieses neu ins Leben gerufene Projekt der Hamburger
Gitarristin Sandra Hempel entstand eigentlich in New York: dort
verbrachte sie – mit der Unterstützung eines Stipendiums vom DAAD –
die letzten 2 Jahre und traf unabhängig voneinander auf Gabriel
Coburger (den sie noch aus gemeinsamen Hamburger Bands kannte) und
Philipp Bernhardt.
In den unterschiedlichsten musikalischen Kombinationen trafen sie
sich zum „Jammen“ – allerdings nie in dieser Konstellation zu dritt.
Mittlerweile leben alle drei wieder in Deutschland (Hamburg/Berlin)
und einem gemeinsamen Projekt stand nichts mehr im Wege.
Als Bassist konnte der Amerikaner Paul Imm (aus Lancaster/PA)
gewonnen werden, der seit rund 12 Jahren in Deutschland lebt. Er
spielte u.a. mit Dizzy Gillespie, Jim Pepper, James Moody, Eddie
Harris und Tom Harrell und gehörte zur regulären Live-Band von Lee
Konitz.

Gabriel Coburger (Saxophon), geboren in Hamburg, studierte an der
Hochschule für Musik und Theater Hamburg und – unterstützt vom DAAD –
1993-94 an der renommierten New School in New York City, wo er mit
Unterbrechungen bis 2001 lebte und als Musiker arbeitete. Er spielte
u.a. mit Rigmor Gustafsson, dem Bujazzo (Bundesjazzorchester), der
NDR-Bigband und in eigenen Projekten.

Philipp Bernhardt (Schlagzeug) aus Braunschweig, studierte an der
Essener Folkwang Hochschule und – mit Hilfe eines Stipendiums der
Stiftung Kunst und Kultur NRW – am City College of New York
(1998-2001). Sein Studium schloss er 2001 mit dem Master’s Degree in
Jazzperformance ab und lebte bis Sommer 2003 in NY. Hier spielte er u.a.
mit Ron Carter.

Sandra Hempel wurde in Pinneberg bei Hamburg geboren, studierte an
der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, am Amsterdamer
Konservatorium und von 2001-2003 am Queens College in NYC (mit
Unterstützung eines DAAD-Stipendiums). Im Sommer 2003 schloss sie ihr
Studium mit dem Master’s Degree ab und lebt seitdem in Hamburg.
Bereits 2001 gewann sie beim „Sisters in Jazz“-Wettbewerb der IAJE
(International Association of Jazz Educators), spielte beim Mary Lou
Williams Festival in Washington D.C. und auf mehreren europäischen
Jazzfestivals. 2002 erhielt sie den Louis Armstrong Award der
amerikanischen ASCAP Foundation.

Das Repertoire der Band besteht zum Großteil aus Eigenkompositionen,
als auch aus selten zu Gehör gebrachten Standards im bandeigenen
musikalischen Gewand.
Im Zentrum steht dabei das dynamisch-transparente Zusammenspiel der
Musiker im Stil des Modern Jazz, der nach allen Seiten hin offen ist.

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Volkswagen Bank