Charlie Mariano & Dieter Ilg

Städtisches Museum Braunschweig

Charlie Mariano, Saxophones
Dieter Ilg, Bass

*sax with a bass 2003*

Die minimalistische Besetzung aus Saxophon und Bass ist der Inbegriff musikalischer Reduktion. Trotzdem lassen Charlie Mariano und Dieter Ilg http://www.dieterilg.de/site/e_aktuell.html nichts vermissen, vielmehr führen sie Jazz auf seine Bestandteile zurück.
Standards wie „All the things you are“, vielleicht schon einmal zu oft gehört, gewinnen neue Facetten durch die Interpretation des Duos Mariano (Saxophon) – Ilg (Bass). Mit Herzblut, aber unsentimental und leise groovend läßt jeder dem anderen Zeit, Ideen zu entwickeln und die Geschichte ganz eigen zu interpretieren.

Der fast 80jährige Charlie Mariano, Sohn italienischer Einwanderer, wuchs in Boston/USA auf. Dort vermischten sich amerikanische und europäische Kultur zu einem dritten, aus dem Mariano musikalisch sehr erfolgreich schöpft. „Seine Melodien schrauben sich ins Ohr, sein ausdrucksstarker Ton geht unter die Haut, und seine phänomenale Kontrolle der Überblaseffekte und Klangausbrüche erstaunt immer wieder.“ (Jazzzeitung)
Charlie Mariano spielte mit Charles Mingus, Stan Kenton und tourte unter anderem mit Astrud Gilberto. Seit Jahren beschäftigt er sich eingehend mit Weltmusik, Rock und zeitgenössischen Entwicklungen des Jazz.
Er lebte mehrere Jahre in Japan und lehrte danach am Berkley College of Music in Boston.

Dieter Ilg, 42, wird als einer der weltbesten Bassisten und exzellenter Techniker gehandelt. Er „formt seine Linien wie ein tönernes Gefäß, warm, dunkel, melodieführend und immer nachvollziehbar.“ (Jazzpodium)
Dieter Ilg spielte mit dem Mangelsdorff-Dauner-Quintett, tourte schon mit der Charlie Mariano Group und dem Trompeter Till Brönner. Er hat mehrere Lehraufträge inne, so auch an der Akademie der Künste in Berlin. Seit einigen Jahren ist er Dozent an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau.

Charlie Mariano und Dieter Ilg veröffentlichten 2001 das Album „A la Carte“.

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Ramón Valle Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Ramón Valle, Piano; Omar Rodriguez, Bass; Julio Barreto, Schlagzeug

Es gibt mehr Kubanisches zu entdecken als den “Buena Vista Social Club”. Zum Beispiel den Pianisten Ramón Valle, 1964 auf Kuba geboren und mittlerweile in den Niederlanden lebend. Chucho Valdez, “Übervater aller kubanischen Pianisten” (Jazz Podium) hält Valle für einen der talentiertesten der jungen Pianisten, denn dieser ist bekannt für seine ausgereifte Technik, seinen differenzierten Anschlag und die mitreißende Spielfreude.

Ramón Valle seinerseits entdeckte den Komponisten der Prä-Castro-Ära, Ernesto Lecuono, neu. Dessen Stücke mußte er als Klassik-Schüler am kubanischen Konservatorium spielen. Auf seinem Album “Danza Negra” drückt Valle den Vorlagen Lecuonos seinen persönlichen Stempel auf, allerdings mit Respekt für die Original-Kompositionen. Dabei konnte er aus einem Riesenwerk schöpfen: Lecuono hinterließ bei seinem Tod (ein Jahr vor Valles Geburt) neben 176 Soloklavierstücken noch 406 Lieder, darunter bekannte wie “Malagueña” oder “Siempre En Mi Corazon”, und 37 Orchesterwerke.

Angesichts von “Danza Negra” überschlagen sich die Rezensenten sämtlicher Zeitschriften, was für die Qualität Valles und Lecuonos gleichermaßen spricht. Der Brückenschlag ist geglückt: “Behutsam durchfließen die berühmten Latin-Melodien die offenen, jazzigen Arrangements des Pianisten.” (Jazzthing). Die Süddeutsche Zeitung spricht Valle sogar die Fähigkeit zu, “die Kluft zwischen intellektuellem Anspruch und unschuldiger Unterhaltung” überbrücken zu können.

Dabei ist seine Musik kein weiterer Beitrag zu einer „Buena Vista”-Nostalgie. Valle´s Interpretationen aus dem „Great Cuban Songbook” sind vielmehr eine mit großer Ausdruckskraft vorgetragene Verschmelzung von kubanischer Musiktradition und zeitgenössischem Jazz, die ganz ohne die üblichen Klischees des Latin-Jazz auskommen, es aber an karibischem Esprit nicht fehlen lassen.

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The Art of Solo

Städtisches Museum Braunschweig

Luis Di Matteo – Bandoneon Solo
Jasper Van´t Hof – Piano Solo

Der 68jährige *Luis Di Matteo*, einer der letzten großen Meister des Bandoneons vom Rio de la Plata, begeistert mit seiner Version des Tango Nuevo seit 1987 ein Publikum in Europa.
Zu den Einflüssen seiner Kompositionen gehört natürlich der Tango seiner Jugend, der in den Hafenvierteln von Buenos Aires und Montevideo entstanden war und die musikalische Atmosphäre dieser Zeit prägte. Die Musik der ländlichen Gebiete, der Landarbeiter und Gauchos ist die Milonga, die ebenfalls eine Basis seiner Musik ist, wie auch die sehr rhythmischen Candombes der schwarzen Bevölkerung Uruguays.
Zusätzlich hat sich Luis Di Matteo mit der europäischen Klassik und Moderne auseinandergesetzt, so daß seine Kompositionen ein sehr subjektiver Ausdruck eines Musikers des 20. Jahrhunderts sind und eine spannende Auseinandersetzung mit der Musik der beiden Kontinente.
Ein besonderer Schwerpunkt Luis Di Matteos ist seine Arbeit als Solist. In seinen Solokonzerten konzentriert er seine musikalischen Ideen, so daß z.B. Die Woche schrieb: „Luis Di Matteo, der Soloist, war fast so etwas wie ein Kapellmeister, und seine im Kasten versteckte Combo ein Welt-Orchester.“

25 Jahre nach seiner ersten Piano Solo CD ist *Jasper van’t Hof*, einer der wichtigsten europäischen Jazzpianisten, 2002 erneut ins Studio gegangen und hat das Solo-Album „Axioma” aufgenommen.
Im Körper des niederländischen Pianisten ist für viele verschiedene Seelen Platz: Längst Geschichte sind Bands wie „Association P.C.“ und „Pork Pie“, die in den siebziger Jahren für Furore sorgten, und in denen van’t Hof den Jazzrock-Feuerkopf gab.
Seit 1984 betreibt Jasper van’t Hof die Ethno-Jazz-Großband „Pili Pili“, die auf tanzbare Grooves abzielt und damit die Tanzpaläste stürmte.
Als Solist am Flügel enthüllt Jasper Van´t Hof ganz andere Schichten seiner Persönlichkeit: Da finden sich zwar auch überbordend fröhliche und mitunter komische Ausbrüche, in denen er den „Tasten-Paganini“ gibt, aber weit mehr Gewicht legt er hierbei auf sensible Klangauslotungen, auf impressionistische Farbgebungen, auf die Musikgeschichte gewissermaßen im Sauseschritt durchlaufende und durchleuchtende Inspirationen, die ihn mal bei Bach halten lassen, mal zu Debussy führen, mal dem Cool-Jazz Reverenz erweisen. Jasper van’t Hof singt sich seine Eingebungen vor, setzt am Flügel um, was sein Gefühl ihm eingibt, improvisiert sich – im besten Sinn des Wortes – vom Anfang zum Ende, und das ist schließlich das A und O, das Alpha und Omega inspirierter Musik.

Mit freundlicher Unterstützung:
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Renaud Garcia-Fons Trio

Städtisches Museum Braunschweig

Renaud Garcia-Fons, Kontrabass; Antonio „Kiko” Ruiz, Gitarre;Negrito Trasante, Perkussion

Der französische Bassist *Renaud Garcia-Fons*, der auch “der Paganini des Kontrabasses” genannt wird, gehört zu jenen Jazzmusikern, die musikalische Grenzen außer Kraft setzen. Er verwendet Elemente aus afrikanischer und arabischer Musik, auch europäische Volksmusiken wie Flamenco und schafft so neue, eigenständige Formen der Improvisationsmusik zwischen Orient und Okzident.

“Es gibt diese sehr engen Verbindungen zum Jazz…. man spürt beim Spielen: da sind Brücken, schmale Stege, manchmal sogar etwas wie Autobahnen…” beschreibt Garcia-Fons seinen Hang zur Grenzüberschreitung.

Er studierte Klassik, Jazz und orientalische Musik am Konservatorium in Paris und perfektionierte eine von seinem Lehrer entwickelte besondere Spieltechnik: er streicht den Bogen, so daß der Kontrabass zum Beispiel indischen Streichinstrumenten ähnlich klingt.

Renaud Garcia-Fons war unter anderem Ensemblemitglied des Orchestre National de Jazz und spielte mit Musikern wie Kenny Clarke, Daniel Humair, Rabih Abou Khalil oder Michael Riessler zusammen. Gemeinsam mit Antonio Riuz an der Flamenco-Gitarre und Negrito Trasante an den Perkussionsinstrumenten – beides Weggefährten früherer Projekte – reist Garcia-Fons in wenigen Minuten um die Welt, Endstation: Grenzenlosigkeit.

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Otto Wolters Piano Summit

Städtisches Museum Braunschweig

Otto Wolters, Piano; Bernd Homann, Piano; Jürgen Friedrich, Piano; Rolf Zielke, Piano

*Im Rahmen des Festivals „Tastentaumel”.* http://www.tastentaumel.de

Mit zwei Flügeln auf der Bühne wird Otto Wolters, der als Pianist über die Region hinaus eine Institution im Modern-Jazz ist, gemeinsam mit seinen ehemaligen Schülern und mittlerweilen erfolgreichen Kollegen, Bernd Homann, Jürgen Friedrich und Rolf Zielke in wechselnden Besetzungen konzertieren.

Auf dem Programm stehen Eigenkompositionen der vier Pianisten sowie Jazz-Standarts, die die Grundlage für Improvisationen in spontanen Dialogen bilden werden und dies in einer Formation, die es in dieser Weise noch nie vorher gebeben hat:
*2 Flügel – 3 Generationen – 4 Pianisten – 8 Hände.*

Das Konzert ist die Auftaktveranstaltung anläßlich des *25-jährigen Bestehens der Musiker-Initiative* Braunschweig, zu deren Gründungsmitgliedern im Jahre 1978 u.a. Otto Wolters gehörte.

Mit freundlicher Unterstützung:
Stiftung NORD/LB-Öffentliche
Grotrian-Steinweg
Schimmel